Hier finden sie die 10 Tipps zum Download.
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Achten Sie auf eine altersgerechte Anschaffung und Nutzung von Medien
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Achten Sie auf eine altersgerechte Anschaffung und Nutzung von Medien
Helfen Sie ihrem Kind, altersgerechte Medien, Geräte und Angebote zu nutzen. Entdecken Sie die Medien zusammen mit Ihrem Kind. Informieren Sie sich über geeignete Apps, Webseiten, Spiele und Videos, die für das Alter Ihres Kindes empfohlen sind.

Wann ist mein Kind alt genug für ein Smartphone mit Internetzugang?
Jedes Kind und jede Familie haben andere Bedürfnisse und Möglichkeiten. Deswegen ist es kaum möglich, eine konkrete Altersangabe zu machen. Vielmehr geht es darum, ob das Kind bereits ausreichend Erfahrung am heimischen PC oder Tablet hat, um mit einem eigenen Smartphone kompetent umzugehen. Denn ein Smartphone und seine unbeschränkten Möglichkeiten stellen eine große Herausforderung für ein Kind dar und der Umgang damit erfordert auch eine hohe Verantwortungsübernahme.
 
Für Eltern geht es beim ersten Handy oder Smartphone um Erreichbarkeit. Für Kinder aber eröffnet sich eine völlig neue und faszinierende Welt, in der man lernen muss, wie man sich dort sicher bewegt. Apps und Spiele sind ein spannendes Gesprächsthema unter Gleichaltrigen. Gruppendruck spielt eine Rolle und bewegt auch Eltern dazu, sich (zu) früh für die Anschaffung eines Smartphones für ihre Kinder zu entscheiden. Es kann allerdings Sinn machen, mit dem Kauf noch etwas zu warten, wenn ihr Kind noch nicht eine ausreichende Medienkompetenz entwickelt hat.
 
Grundsätzlich gilt: Je jünger das Kind ist, desto mehr Begleitung von Seiten der Eltern bei der Nutzung des Smartphones ist erforderlich.
 
Detailliertere Infos finden Sie bei Tipp 6 und in der Medienwelt Smartphone.


Warum sollte ich auf eine altersgerechte Nutzung achten?
Internetfähige Geräte wie Smartphones, Tablets oder Smartwatches bieten unweigerlich auch Inhalte und Mechanismen an, die nicht für alle Altersstufen geeignet sind. Machen Sie gerade am Anfang gemeinsame Online-Erfahrungen und seien Sie interessierte Mitlernende.
Zu beachten sind folgende Aspekte:
  • Apps, Spiele und soziale Medien ringen um unsere Aufmerksamkeit und versuchen alles, um uns Nutzerinnen und Nutzer so oft und so lange wie möglich an ihr Produkt zu binden, ohne dass wir es merken. Jede/r kennt Aussagen wie „nur noch ein kurzer Spiel“, „nur noch schnell die Nachrichten lesen“, „nur noch schnell die Mails checken“. Nicht nur für Kinder ist es schwer, sich bewusst diesen Mechanismen und Ablenkungen zu widersetzen.
  • Das Internet ist ein digitaler, kaum kontrollierbarer Spielplatz mit vielen unsichtbaren Augen. Bedenken Sie, dass es auch dort Personen mit bösen Absichten gibt. Es ist sehr einfach auf verstörende Inhalte wie Gewaltdarstellungen, Pornographie, Rassismus oder Hasssprache zu stoßen, auch wenn man nicht explizit danach sucht.
 
Achten Sie auf Altersempfehlungen bei Apps und Spielen
Altersangaben bei Spielen und Apps können Ihnen helfen, die Mediennutzung Ihres Kindes besser einzuschätzen.
Spiele können problematische Inhalte und Funktionsweisen beinhalten, wie extreme Gewaltdarstellungen, Pornographie oder Glücksspiel. Zudem können ungefilterte Spielerchats (gleichzeitiger Kontakt mit anderen Spieler/innen) problematisch sein.

Detailliertere Infos finden Sie in der Medienwelt Altersempfehlungen.
 
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Seien Sie ein gutes Vorbild im Umgang mit Medien
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Seien Sie ein gutes Vorbild im Umgang mit Medien
Kinder merken schnell, wenn Erwachsene ein Gerät nutzen, das große Aufmerksamkeit erhält und im Alltag ständig präsent ist. Hinterfragen Sie deshalb Ihren eigenen Umgang mit den Medien. Ihr Kind schaut sich viel von Ihnen ab. Ihre Haltung und Ihre Nutzungsgewohnheiten haben Einfluss auf das Verhalten Ihres Kindes.

Die ersten Erfahrungen im Umgang mit Medien machen Kinder in der Familie. Dort lernen sie, welchen Stellenwert das Smartphone hat. Sie beobachten, dass Eltern und Geschwister Geräte besitzen, die viel Aufmerksamkeit erhalten. Die Beziehungsqualität kann darunter leiden, wenn Eltern zwar physisch anwesend sind, ihre Aufmerksamkeit aber immer auf den Bildschirm gerichtet ist. Auch uns Erwachsene stört es, wenn unsere Gesprächspartner nicht uns den Vorzug geben sondern ihrem Gerät. Wir können von unseren Kindern nicht erwarten, dass sie achtsam und selbstbestimmt mit den Medien umgehen, wenn wir dies selbst nicht einhalten können oder wollen.
 
Reflektieren Sie einfach auch mal Ihre eigene Mediennutzung: Wie häufig nutzen Sie ihr Handy und wozu? Wie leicht sind Sie durch ihr Smartphone abgelenkt? Wie oft geht es dabei vor allem um Gewohnheit und Zeitvertreib? Wie oft nutzen Sie auch in Anwesenheit Ihrer Kinder das Smartphone?
 
Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und achten Sie auf medienfreie Zeiten in der Familie und mit Ihren Kindern. Gemeinsam aufgestellte Regeln, sollen gut begründet und gemeinsam gelebt werden.
 
Vorsicht im Umgang mit Fotos ihrer Kinder
Seien Sie sensibel, wenn Sie Bilder von Ihren Kindern im Netz veröffentlichen. Kinder haben ein Recht am eigenen Bild! Grundsätzlich sollte mit Kinderfotos im öffentlichen Raum sehr sparsam umgegangen werden. Vor allem dann, wenn sich diese Bilder nachteilig auf das Kind auswirken können wie z.B. Nacktfotos, Urlaubsbilder, peinliche Videos. Solche Postings bleiben für immer im Internet, man weiß nicht was Andere mit diesen gut gemeinten Schnapsschüssen machen, zu welchem Zeitpunkt im Leben Ihrer Kinder diese wieder auftauchen oder auf welchen Webseiten die Bilder landen.

Weiterführende Links:
Elterntest zur Überprüfung der eigenen Mediennutzung:
https://www.schau-hin.info/mitmachen/elterntest.html
 
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Interessieren Sie sich für die Mediennutzung Ihres Kindes
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Interessieren Sie sich für die Mediennutzung ihres Kindes
Entdecken Sie Apps, Spiele und Onlineangebote gemeinsam mit Ihrem Kind. Das kann Ihnen helfen, seinen Umgang mit den Medien besser zu verstehen und es auch beim digitalen Aufwachsen zu begleiten. Bleiben Sie neugierig und im Gespräch, wenn es um die digitale Welt Ihres Kindes geht.

Kinder sind neugierig und haben das Bedürfnis die Welt kennenzulernen, dazu gehört auch die digitale Welt. Bereits im Kleinkindalter erkunden sie Smartphone und Tablet der Eltern. Dabei begreifen sie schnell, wie einfach diese Geräte zu bedienen sind und wo sich Spiele, Bilder und lustige Apps befinden.
Bei den 6- bis 14-Jährigen stehen zwar noch traditionelle Freizeitaktivitäten im Vordergrund, dennoch nutzen fast 30% dieser Altersgruppe bereits täglich das Internet. In diesem Alter sind vor allem spielerische Elemente am Smartphone interessant. Das Verschicken von Nachrichten gewinnt aber zunehmend an Bedeutung.
Je älter die Kinder werden, desto wichtiger wird der Kontakt mit Freunden und Gleichaltrigen. Messenger-Dienste und soziale Netzwerke wie WhatsApp, Instagram oder Snapchat sind besonders beliebt.
 
Das Smartphone ist mittlerweile Teil von vielen Lebensbereichen, die in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen für Kinder wichtig sind. Dazu zählen unter anderem:
  • Kontakt mit Freunden
  • Unterhaltung und Zeitvertreib durch Spiele und Videoclips
  • Entwickeln von Interessen und Hobbys, Recherche im Internet
  • Organisation des Alltags in der Schule und in der Freizeit
  • Ausprobieren von Identität und Rollen
  • Abgrenzung von den Eltern und Aufbau eines eigenen Netzwerkes

Wo lernen Kinder den Umgang mit digitalen Medien?
Das Internet funktioniert als großer Abenteuerspielplatz mit fehlender sozialer Kontrolle. Fehltritte und problematisches Verhalten sind dadurch nicht ausgeschlossen. Das richtige Verhalten im Umgang mit Aspekten, wie Fake News, Datenschutz, Hatespeech und Co. werden selten in der Schule oder zu Hause gelernt. Deshalb sind die jungen Nutzerinnen und Nutzer auf den digitalen Spielplätzen oft auf sich selbst gestellt. Durch eigenständiges Entdecken und Ausprobieren machen sie eigene Erfahrungen und entwickeln einen mehr oder weniger kompetenten Umgang mit den digitalen Medien. Eltern und Schule können diese Funktion oft nicht erfüllen.

 
Warum sollte ich mich für die digitalen Welten meines Kindes interessieren?
  • Dadurch erfahren Sie, mit welchen Themen sich Ihr Kind beschäftigt und auf welchen Onlinespielplätzen es gerade unterwegs ist.
  • So können Sie interessierte/r Mitlernende/r sein, neue Apps und Trends kennenlernen und leichter einschätzen, ob problematische Inhalte für Ihr Kind mit dabei sind.

Wie kann ich mich für die digitalen Welten meines Kindes interessieren?
Fragen Sie nach welche Apps und Spiele Ihr Kind nutzt und warum es gerade diese so spannend findet. Lassen Sie sich diese von ihm erklären und nutzen Sie das Wissen ihrer Kinder. Stellen Sie kritische Fragen und bleiben Sie neugierig. Wichtig ist es im Gespräch zu bleiben! Nur so können Sie eine gute Vertrauensbasis schaffen und es Ihrem Kind erleichtern, mit ihnen sowohl über positive als auch über negative Erlebnisse bei der Internetnutzung zu sprechen.
 
Bedenken Sie: Sobald Ihr Kind ein Smartphone mit Internetzugang hat, kann es auch mit Inhalten konfrontiert werden, die nicht altersgerecht sind: Gewalt, Pornographie, Hasskommentare usw.
 
Weiterführende Links:
www.elternguide.online/

 
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Sorgen Sie für medienfreie Alternativen
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Sorgen Sie für medienfreie Alternativen
Kinder sollen unterschiedliche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung kennenlernen. Unterstützen und fördern Sie medienfreie Aktivitäten Ihrer Kinder, in der Familie oder mit Freunden, damit Spiele, Apps und Internet nicht zum bevorzugten Mittel werden, zu dem Ihr Kind bei Langeweile, zur Problembewältigung oder zum Stressabbau greift.

Eine ausgeglichene Mediennutzung und Freizeitgestaltung sorgt für eine gesunde Entwicklung und macht Ihr Kind stark.
Ein Aufwachsen ohne Medienkonsum ist heutzutage kaum vorstellbar und auch wenig sinnvoll. Dennoch sollen Tablet und Smartphone nicht im Mittelpunkt stehen und zum regelmäßigen Babysitter werden. Eltern können gemeinsame Aktivitäten anregen, die ohne Medien auskommen.
 
Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass die Mediennutzung andere Freizeitaktivitäten nicht beeinträchtigen soll. Gemeinsame Aktivitäten mit Freunden und der Familie müssen einen angemessenen Platz haben und können gefördert werden. Planen sie medienfreie Zeiten in Ihrer Familie ein, z.B. beim gemeinsamen Essen, den Hausaufgaben oder nachts im Schlafzimmer.
 
Medien als Stressbewältigung - Wann wird es problematisch?
Für viele Kinder und Jugendliche sind Medien ein einfaches Mittel um sich vom Alltag zu entspannen und abzulenken. Insbesondere in Videospielen lassen sich Schulstress, Konflikte in der Familie oder Spannungen in sozialen Beziehungen dank mitreißender Geschichten und fantastischen Welten schnell vergessen. Mit dem eigenen Spielhelden erlebt man Abenteuer, die so im eigentlichen Leben nicht möglich wären. Problematisch wird es, wenn Videospiele, YouTube-Clips oder Messenger zur einzigen Ressourcen werden, um den Alltag zu bewältigen.
 
Eltern können dafür sorgen, dass Ihre Kinder Strategien und Fähigkeiten erlernen, um mit schwierigen Situation umzugehen und dadurch der Medienkonsum nicht zum einzigen Mittel wird, um mit dem Leben zurecht zu kommen. Bewegung, kreative Tätigkeiten, Entspannung und Langweile bieten gute Alternativen für ein ausgeglichenes Heranwachsen an.
 
Bedenken Sie: Smartphones wollen uns ablenken!
 
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Mediennutzung soll zeitlich begrenzt sein
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Mediennutzung soll zeitlich begrenzt sein
Die digitalen Medien setzen uns ständigen Sinnesreizen aus und es fällt schwer, diesen aus dem Weg zu gehen. Sie können Ihr Kind dabei unterstützen, Geräte auszuschalten und Pausen einzulegen. Es gibt kein Patentrezept, wie lange und wie oft Kinder Medien nutzen sollten. Jedes Kind und jede Familie ist anders. Beobachten Sie, wie viel Mediennutzung Ihrem Kind gut tut, in Ihren familiären Alltag passt und Ihrem Kind noch genügend Zeit für andere spannende und kreative Aktivitäten lässt. Grundsätzlich gilt: Je jünger die Kinder, desto mehr Begleitung und Regulierung vonseiten der Eltern braucht es.
 
Wieviel Zeit darf mein Kind vor dem Bildschirm verbringen?
Zeitangaben sollen immer nur als Richtwert verstanden werden. Eltern können die Lebenssituation Ihres Kindes selbst am besten einschätzen, denn jedes Kind und jede Familie hat unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten: Wie läuft es in der Schule, in der Familie? Hat mein Kind genügend Zeit für sich, zum Entspannen und zum Austoben? Ist die Mediennutzung ein Freizeitvergnügen oder ein Ventil für schlechte Gefühle? Wird bei Langeweile immer sofort zum Smartphone gegriffen? Solche Fragen können Ihnen helfen, die Nutzungszeit am Bildschirm einzuschätzen. Wichtiger als die exakte Einhaltung von Minutenangaben ist ein möglichst ausgewogener Alltag mit Zeit zum Spielen und für Hausausgaben, Zeit mit der Familie und Zeit für sich selbst.
 
Zur Orientierung können Ihnen folgende Richtwerte bei der Einschätzung der Mediennutzungszeit hilfreich sein:
  • 0-2 Jahre: Bewegte Bilder können kaum verarbeitet werden, geeignet sind Bilderbücher aus Pappe. Der Kontakt mit Medien sollte eher vermieden werden. Im Alltag ist dies jedoch oft schwierig, da Eltern oder Geschwister die Geräte häufig nutzen. Achten Sie darauf Ihr Kind nicht alleine vor diesen Geräte zu lassen. Smartphone und Tablet sind keine geeigneten Babysitter.
  • 3-5 Jahre: Kinder dieser Altersgruppe werden immer selbstständiger und wollen Dinge alleine erkunden, so auch die Welt der Medien, mit denen sich ihre Eltern oder Geschwister stark beschäftigen. Dabei braucht es aber Begleitung. Der Umgang mit Medien in dieser Altersgruppe sollte noch sehr sparsam sein. Achten Sie auf eine dosierte und betreute Mediennutzung, zum Beispiel 20 Minuten pro Tag mit Begleitung.
  • 6-10 Jahre: Die Nutzung von technischen und internetfähigen Geräten nimmt nun zu. Kinder schauen vor allem Videoclips und Filme und surfen auf kindergerechten Webseiten. Auch das Verschicken von Nachrichten wird zunehmend interessanter. Eine Begleitung im Internet von Seiten der Eltern ist auch hier erforderlich. Als Richtwert gelten circa 45 Minuten pro Tag.
  • 11-13 Jahre: In dieser Phase beginnen die Kinder zunehmend ihre Freizeit und ihre Mediennutzung autonom zu gestalten. Smartphone und soziale Medien werden immer wichtiger. Die Kinder gehen alleine ins Netz und stoßen unweigerlich auf nicht altersgerechte Inhalte und Angebote. Eltern sind deshalb umso wichtiger, indem sie das Gespräch mit den Kindern suchen und die Medien und deren Inhalte bewusst ansprechen. Experten empfehlen erst ab diesem Alter den Besitz von einem eigenen Smartphone mit Internetzugang. Zeitempfehlung: circa 60 - 90 Minuten am Tag.
  • Ab 14 Jahren werden Kinder immer autonomer und wollen ihr Smartphone selbstbestimmt nutzen. Achten Sie trotzdem darauf, ihr Kind mit den digitalen Inhalten und Angeboten nicht alleine zu lassen und interessieren Sie sich für die Nutzungsgewohnheiten ihres Kindes. Fördern Sie alternative Freizeitangebote. Es kann in diesem Alter zu einer sehr hohen Nutzungsdauer kommen: Beobachten Sie Ihr Kind, sein Umfeld in der Schule und in der Freizeit. Sollten andere Dinge zugunsten der Medien vernachlässigt werden, können Sie die Nutzungszeiten regulieren.
 
Auf die Balance kommt es an!
Wichtiger als die exakte Einhaltung von Zeitangaben ist ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen medialen und non-medialen Freizeitaktivitäten. Bei Kindern bis 10 Jahren ist es sinnvoll, dass ein tägliches Maß an Mediennutzung nicht überschritten wird. Bei älteren Kinder kann es sinnvoller sein, ein wöchentliches Zeitkontingent zu vereinbaren. So können Kinder über diese Zeiten nach bestimmten vereinbarten Regeln selbst verfügen.
Vereinbaren Eltern mit ihren Kindern eine beschränkte Nutzungsdauer, sollten die gesamte Bildschirmzeit einbezogen werden: Fernseher, Games, Smartphone und Internet.
 
Ab wann wird es zu viel?
Zunächst muss es nicht besorgniserregend sein, wenn Videospiele oder Smartphone für eine gewisse Zeit komplett im Vordergrund stehen. Die intensive Beschäftigung mit neuen Medien gehört zum Erwachsenwerden dazu: Es geht um Neugierde, Entdeckungsdrang, Identitätsfindung und gemeinsame (mediale) Erlebnisse mit Gleichaltrigen. In den meisten Fällen klingt ein exzessiver Mediengebrauch von alleine wieder ab.
 
Bei einigen Kindern und Jugendlichen zeichnet sich aber dennoch eine exzessive Mediennutzung ab und problematische Verhaltensweisen können sich entwickeln. Holen Sie sich Unterstützung wenn Ihr Kind über einen längeren Zeitraum
  • wichtige Interessen und Aktivitäten zugunsten der Mediennutzung zunehmend außer Acht lässt,
  • sich immer mehr von seinem sozialen Umfeld zurückzieht,
  • Freundschaften und familiäre Beziehungen stark vernachlässigt,
  • Schule, Lehre oder Arbeit aufgrund eines exzessiven Medienkonsums immer mehr hinten anstellt (z.B. schwänzen um zu Spielen),
  • Entzugserscheinungen hat, wie extreme Nervosität und Aggressivität,
  • ständig übermüdet ist, weil die Nacht zum Tag wird,
  • die Hygiene und das Essen stark vernachlässigt.
 
Der Rückzug in Videospiele oder ins Internet hat oft einen Grund. Wenn es in der Familie häufig Streit gibt, Gewalt oder Konflikte auf der Tagesordnung stehen, wenn das Leben unübersichtlich und unstrukturiert ist oder in der „realen“ Welt die negativen Erfahrungen in der Schule und bei Freunden (z.B. Mobbing) zunehmen, dann kann dies ein Grund sein, warum Kinder sich in eine scheinbar bessere und übersichtlichere Welt flüchten.
 
Holen Sie sich Rat und Unterstützung
Sie kennen ihre Kinder besser als andere: Beobachten Sie deren Verhalten, hören Sie auf ihr Gefühl und wenn sie unsicher sind, dann holen Sie sich Unterstützung bei einer Beratungseinrichtung in Südtirol.
 
Weiterführende Links:
Elternwissen kompakt: Wie Kleinkinder und Medienwissen zusammenpassen.
Infos zu Medienzeiten für Kinder auf schau-hin.
Infos zu Kinderschutz-/Filter-Apps vom Kindermedienland Baden-Württemberg.
Mit Kindern und Jugendlichen über die Internetnutzung sprechen auf jugendundmedien.ch.
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Lassen Sie Ihr Kind in den digitalen Welten nicht alleine
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Lassen Sie Ihr Kind in den digitalen Welten nicht alleine
Wenn Kinder das Internet nutzen sind sie mit unterschiedlichsten Inhalten konfrontiert. Dabei können sie auf pornographische Bilder, Gewaltvideos oder Hassbotschaften stoßen. Darüber hinaus können sie auch mit Cybermobbing konfrontiert werden, sei es in der Rolle als direkt Betroffene oder in der Rolle derjenigen, die Cybermobbing ausüben. Sprechen Sie konkret über diese Dinge und lassen Sie ihr Kind nicht alleine.
 
Phänomene aus der analogen Welt haben sich mittlerweile auch in die Onlinewelten verlagert. Es gibt im Internet problematische Inhalte wie Gewaltdarstellungen oder Pornographie, die Kinder und Jugendliche überfordern und ängstigen können. Auch mit Cybermobbing kann man im Netz konfrontiert werden.
Gerade weil das Internet und neue Medien Risiken bergen, sollten sich Eltern damit vertraut machen, Interesse zeigen, nachfragen, Ihr Kind begleiten und Regeln abmachen. Kinder wollen ernst genommen werden. Wenn Sie sich für die Inhalte interessieren, mit denen sich Ihr Kind beschäftigt, bleiben Sie ein guter Ansprechpartner.
Eltern müssen nicht alle technischen Details verstehen, um Ihr Kind zu unterstützen. Sprechen Sie mit ihm darüber, was es im Internet macht. Sagen Sie Ihrem Kind klar, was Sie gut finden und was nicht. Erklären Sie ihm die Gründe. Klären Sie Ihr Kind auch über strafbare Handlungen im Internet auf, auch im Zusammenhang mit Cybermobbing.

Nur wenn sie im Gespräch bleiben, können Sie eine gute Vertrauensbasis schaffen und es Ihren Kindern erleichtern, mit Ihnen sowohl über positive als auch über negative Erlebnisse bei der Internetnutzung zu sprechen.

Mehr Infos zu Gefahren im Netz finden Sie hier:
Cybermobbing
Sexting
Pädophilie im Netz
Internetbetrung

 
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Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Gefahren im Internet
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Sprechen Sie mit Ihrem Kind über mögliche Gefahren im Internet
Kriminalität gibt es auch im Internet. Kinder können dort ebenso mit Erpressung, Identitätsraub, Abzocke und Pädophilen in Kontakt kommen. Interessieren Sie sich für die digitalen Spielplätze ihres Kindes, sprechen Sie über mögliche Gefahren und machen Sie ihrem Kind Mut, offen mit ihnen über diese Dinge zu reden.

Bedenken Sie: Sobald ihr Kind ein Smartphone mit Internetzugang hat, kann es auch mit Inhalten konfrontiert werden, die nicht für alle Altersstufen geeignet sind: Gewalt, Pornographie, Hasskommentare usw. Es ist sehr einfach auf verstörende Inhalte zu stoßen, auch wenn man nicht explizit danach sucht. Das Internet ist ein digitaler und kaum kontrollierbarer Spielplatz mit vielen unsichtbaren Augen, auf dem sich auch Personen mit bösen Absichten tummeln.
 
Deshalb ist es wichtig Kinder in den digitalen Welten zu begleiten und sie nicht alleine zu lassen. Machen Sie gerade am Anfang gemeinsame Online-Erfahrungen. Wenn Ihre Kinder älter werden, bleiben Sie weiterhin interessiert und neugierig, wo und wie Ihre Kinder sich im Netz bewegen. Sprechen Sie über die möglichen Gefahren, denen man im Internet begegnen kann und sensibilisieren Sie Ihre Kinder dafür, wie man diese vermeiden kann.

Wichtig ist es im Gespräch zu bleiben! Nur so können Sie eine gute Vertrauensbasis schaffen und es Ihren Kindern erleichtern, mit Ihnen sowohl über positive als auch über negative Erlebnisse bei der Internetnutzung zu sprechen.

Mehr Infos zu Gefahren im Netz finden Sie hier:
Cybermobbing
Sexting
Pädophilie im Netz
Internetbetrung

 
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Achten Sie auf den Umgang mit persönlichen Daten im Netz
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Achten Sie auf den Umgang mit persönlichen Daten im Netz
Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, welche Informationen privat, welche öffentlich sind.
Peinliche Fotos, persönliche Daten und intime Geheimnisse in den falschen Händen können sich im Internet schnell verbreiten und unangenehme Folgen haben. Beachten Sie auch: Das Sammeln, Nutzen und Verwerten von Daten der Nutzerinnen und Nutzer gehört zu den Geschäftspraktiken von Gratis-Apps, sozialen Netzwerken und Suchmaschinen. Gehen Sie deshalb sparsam mit diesen um.

 
Da wir im Internet nicht wirklich sehen, wer uns beobachtet, fühlen wir uns relativ sicher Privates und Persönliches preiszugeben. Online fällt es uns leicht mal eben ein Urlaubsfoto zu posten, den Artikel eines Onlinemagazins zu kommentieren oder die GPS-Koordinaten der täglichen Joggingrunde zu veröffentlichen. Außerhalb des Internets würden die meisten nicht so freizügig sein: Nur wenige würden mit Badehosen durch die Einkaufsstraße laufen, kaum jemand würde fremden Personen auf der Straße den Beziehungsstatus oder andere private Dinge erzählen.
 
Wenn es um den Umgang mit persönlichen Daten geht, gibt es zwei Aspekte zu beachten:
  • Persönliche Daten können in falsche Hände gelangen oder missbraucht werden (Identitätsraub, Mobbing, Diskriminierung, Cyberkriminalität wie Erpressung, Einbruch, Datenklau etc.). Das Internet vergisst nicht!
  • Grundsätzlich basieren kostenlose Angebote im Internet auf Werbefinanzierungen. Das bedeutet, das einzige Ziel dieser Angebote ist es, so viel wie möglich über die Nutzerinnen und Nutzer zu erfahren, um dadurch möglichst umfangreich gezielte Werbung schalten zu können. Deshalb sind diese Angebote so aufgebaut, dass wir möglichst viel von uns preisgeben und die Dienste möglichst häufig und lange nutzen.
 
Wie kann ich mit meinem Kind über Datenschutz und den Umgang mit persönlichen Daten sprechen?
Es gehört zu den Erziehungsaufgaben Kinder und Jugendliche darauf aufmerksam zu machen, die Daten über die eigene Person nicht anderen zu überlassen und die Kontrolle über diese nicht zu verlieren. Sprechen Sie das Thema konkret an. Häufig hilft ein Beispiel: Welche Daten und Informationen über sich selbst würden Sie auf einer Bühne am Hauptplatz den Passanten preisgeben?
Besprechen Sie mit Ihrem Kind welche Informationen es für sich behalten möchte oder nur ganz bestimmte Menschen wissen dürfen, welche Daten Freunde wissen dürfen und welche Informationen die ganze Welt wissen darf, ohne dass es Nachteile mit sich bringen kann.
Erklären Sie Ihrem Kind, warum Apps kostenlos sind und mit welchen Mechanismen die Anbieter dieser Anwendungen ihr Geld verdienen.
 
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Ermutigen Sie ihr Kind zur Netiquette
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Ermutigen Sie ihr Kind zur Netiquette
Als Netiquette bezeichnet man informelle Verhaltensregeln, die ein respektvolles Miteinander im Netz gewährleisten sollen. Die Anonymität im Internet führt dazu, dass der Umgangston in Foren, Chats und sozialen Netzwerken manchmal wenig wertschätzend oder gar diskriminierend ist. Ermutigen Sie Ihr Kind sich in der digitalen Welt so zu verhalten wie auch außerhalb: Wertschätzend und respektvoll, Beleidigungen und Beschimpfungen sind tabu.

Manche Internetnutzer/innen fühlen sich online anonym und unangreifbar. Sie nutzen das Netz gern als Mittel um Ärger, Wut und Frustrationen auszudrücken und kund zu tun. Dabei verkennen einige Benutzer/innen, dass die Hemmschwelle im Netz geringer ist, als es bei Gesprächen von Angesicht zu Angesicht der Fall wäre.
 
Sollten Sie das Gefühl haben, dass sich Ihr Kind unhöflich oder feindselig gegenüber anderen verhält, reden Sie mit ihm. Machen Sie ihm deutlich, dass Höflichkeit und ein respektvoller Umgang auch im Internet eine wichtige Rolle spielen.
 
Dazu eine kleine Orientierungshilfe für das Verhalten im Netz:
  1. Ich hinterlasse respektvolle und freundliche Kommentare.
  2. Ich bin fair und ehrlich.
  3. Ich mache mich nicht auf Kosten anderer lustig.
  4. Ich verbreite keine Beleidigungen, Beschimpfungen oder Unwahrheiten.
  5. Ich bin mir bewusst, dass unterschiedliche Meinungen bereichernd sein können.
  6. Ich antworte auf Beleidigungen anderer nicht ebenso beleidigend.
  7. Ich trage keinen Streit online aus, sondern im direkten, ungestörten Gespräch.
  8. Ich verbreite keine Fotos und Videos, die Gewalt zeigen.
    Hass, Diskriminierung, sexistische oder rassistische Sprüche haben im Web nichts verloren.
  9. Ich nehme keine Videos und Fotos heimlich auf; erst recht nicht, wenn eine Person darauf unvorteilhaft abgebildet wird.
  10. Ich überlege was ich schreiben will und lese das Geschriebene noch einmal durch, bevor ich auf „Senden“ drücke.
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Holen Sie sich Unterstützung
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Holen Sie sich Unterstützung
Eltern müssen keine Medienexperten sein, um das eigene Kind beim digitalen Heranwachsen zu begleiten. Ein ehrliches Interesse und Neugierde an den jungen Lebenswelten ist bereits sehr wertvoll.
Trotzdem gibt es Situationen, in denen auch Eltern Unterstützung brauchen: Ihr Kind sitzt nur noch vor dem Bildschirm, isoliert sich zunehmend von seiner Außenwelt, zeigt kein Interesse mehr an medienfreien Freizeitaktivitäten, vernachlässigt den Kontakt zu Gleichaltrigen oder ist betroffen von Hasskommentaren, Cybermobbing oder Internetkriminalität?

 
Ab wann wird es zu viel?
Zunächst muss es nicht besorgniserregend sein, wenn Videospiele oder Smartphone für eine gewisse Zeit komplett im Vordergrund stehen. Die intensive Beschäftigung mit neuen Medien gehört zum Erwachsenwerden dazu: Es geht um Neugierde, Entdeckungsdrang, Identitätsfindung und gemeinsame (mediale) Erlebnisse mit Gleichaltrigen. In den meisten Fällen klingt ein exzessiver Mediengebrauch von alleine wieder ab.
 
Bei einigen Kindern und Jugendlichen zeichnet sich aber dennoch eine exzessive Mediennutzung ab und problematische Verhaltensweisen können sich entwickeln. Holen Sie sich Unterstützung wenn Ihr Kind über einen längeren Zeitraum
  • wichtige Interessen und Aktivitäten zugunsten der Mediennutzung zunehmend außer Acht lässt,
  • sich immer mehr von seinem sozialen Umfeld zurückzieht,
  • Freundschaften und familiäre Beziehungen stark vernachlässigt,
  • Schule, Lehre oder Arbeit aufgrund eines exzessiven Medienkonsums immer mehr hinten anstellt (z.B. schwänzen um zu Spielen),
  • Entzugserscheinungen hat, wie extreme Nervosität und Aggressivität,
  • ständig übermüdet ist, weil die Nacht zum Tag wird,
  • die Hygiene und das Essen stark vernachlässigt.
Der Rückzug in die digitale Welt hat oft einen Grund. Wenn es in der Familie häufig Streit gibt, Gewalt oder Konflikte auf der Tagesordnung stehen, wenn das Leben unübersichtlich und unstrukturiert ist oder Kinder und Jugendliche häufig negativen Erfahrungen in der Schule und bei Freunden (z.B. Mobbing) machen, dann kann dies ein Grund sein, warum Kinder sich in eine scheinbar bessere und übersichtlichere Welt flüchten.

Hier finden Sie die Kontakte der Beratungsangebote in Südtirol.
 
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