Wann wird es kritisch?
Zunächst muss es nicht besorgniserregend sein, wenn Videospiele oder Smartphone für eine gewisse Zeit komplett im Vordergrund stehen. Die intensive Beschäftigung mit neuen Medien gehört zum Erwachsenwerden dazu: Es geht um Neugierde, Entdeckungsdrang, Identitätsfindung und gemeinsame (mediale) Erlebnisse mit Gleichaltrigen. In den meisten Fällen klingt ein exzessiver Mediengebrauch von alleine wieder ab.
 
Was kann ich tun?
        hinschauen ...
Um zu entscheiden, ob Ihr Kind Hilfe braucht, stellen Sie sich die Frage, wozu ihr Kind die Medien nützt.
Kommt Ihr Kind im Alltag gut zurecht und nutzt die Medien zur Entspannung, als Lernmöglichkeit, um Hobbys zu verfolgen und Freundschaften zu pflegen, muss eine (intensive) Mediennutzung nicht zwangsläufig problematisch sein.
Geht es aber eher darum schlechte Gefühle zu kompensieren, schwierige Situation auszuhalten und vor einem ungünstigen Lebensumfeld zu flüchten, kann sich eine exzessive Mediennutzung zu einer problematischen Verhaltensweisen entwickeln. Beobachten Sie ob Ihr Kind
  • wichtige Interessen und Aktivitäten zugunsten der Mediennutzung zunehmend außer Acht lässt,
  • sich immer mehr von seinem sozialen Umfeld zurückzieht,
  • Freundschaften und familiäre Beziehungen stark vernachlässigt,
  • Schule, Lehre oder Arbeit aufgrund eines exzessiven Medienkonsums immer mehr hinten anstellt (z.B. schwänzen um zu Spielen),
  • Entzugserscheinungen hat und unruhig, launisch, deprimiert oder gereizt reagiert, wenn seine Mediennutzung eingeschränkt wird,
  • ständig übermüdet ist, weil die Nacht zum Tag wird,
  • die Hygiene und das Essen stark vernachlässigt.
 
Der Rückzug in die digitale Welt hat oft einen Grund. Wenn es in der Familie häufig Streit gibt, Gewalt oder Konflikte auf der Tagesordnung stehen, wenn das Leben unübersichtlich und unstrukturiert ist oder Kinder und Jugendliche häufig negativen Erfahrungen in der Schule und bei Freunden (z.B. Mobbing) machen, dann kann dies ein Grund sein, warum Kinder sich in eine scheinbar bessere und übersichtlichere Welt flüchten.
 
 
        ... und handeln!
Wenn Sie bei Ihrem Kind solche Verhaltensweisen zunehmend beobachten und das Gefühl haben, dass die Mediennutzung Ihres Kindes problematisch wird, dann holen Sie sich Unterstützung.
Hier finden Sie die Kontakte der Beratungsangebote in Südtirol.


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Eine Initiative des Forum Prävention im Auftrag und Zusammenarbeit mit der Familienagentur und 15 Projektpartnern.
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