Für Eltern geht es beim ersten Handy oder Smartphone um die Erreichbarkeit, für Kinder eher um Zugehörigkeit. Apps und Spiele sind ein spannendes Gesprächsthema unter Gleichaltrigen. Der Gruppendruck spielt eine Rolle und verleitet Eltern dazu, (zu) früh ein Smartphone für das Kind zu kaufen.
Tipp: Fragen Sie Ihr Kind, warum es ein Handy haben möchte? Was will es damit konkret machen? Will Ihr Kind vor allem Musik hören, fotografieren oder spielen, dann reichen vielleicht auch alternative Geräte wie ein MP3-Player, eine Digitalkamera oder ein Tablet für die Familie. Geht es den Eltern um die Erreichbarkeit, reicht ein Notfallhandy ohne Internetzugang.
Um ein eigenes Smartphone mit seinen vielfältigen Funktionen beherrschen zu können, bedarf es einer ausgereiften Medienkompetenz und Medienerfahrung. Ein eigenes Gerät bedeutet auch mehr Verantwortung.
Vor dem Kauf eines Smartphones können sich Eltern verschiedene Fragen stellen:
- Hat unser Kind bereits Erfahrung im Umgang mit dem Internet und technischen Geräten (z.B. Tablet, PC, Smartphone der Eltern)?
- Kann es ein sicheres Passwort erstellen und regelmäßig ändern?
- Ist unser Kind sensibel im Umgang mit persönlichen Daten? Weiß es, welche Daten privat sind und nicht ins Internet gehören oder welche Fotos und Videos ungeeignet sind für TikTok und Co?
- Weiß unser Kind, für wen die eigenen Inhalte auf TikTok, Instagram oder WhatsApp sichtbar sind? Kennt es die Daten- und Kinderschutzeinstellungen dieser Apps?
- Kann unser Kind erkennen, wo zusätzliche Kosten entstehen können: z.B. bei In-App-Käufen oder In-Game-Käufen?
- Hält es sich an vereinbarte Medienpausen, beim Essen oder vor dem Schlafengehen?
- Weiß unser Kind, dass es bei ungeeigneten Inhalten, suspekten Freundschaftsanfragen oder Hassnachrichten die Eltern oder andere Vertrauenspersonen informieren soll?
Spezifische Empfehlungen:
- Smartphone „light“ frühestens ab 11 Jahren: Smartphones oder Tablets ohne Zugang zu sozialen Medien ermöglichen Kindern Informationssuche, Unterhaltung und Lernen in einem deutlich geschützteren Rahmen. Ablenkungspotenziale sowie Risiken aus sozialen Netzwerken werden reduziert. So können Kinder schrittweise einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Werkzeugen entwickeln.
- Soziale Medien frühestens ab 14 Jahren, begleitet von den Eltern: Soziale Plattformen funktionieren unterschiedlich und müssen auch unterschiedliche betrachtet werden. Sie haben aber gemeinsam, dass sie mit Belohnungsmechanismen und sozialem Vergleich arbeiten – Herausforderungen, die insbesondere junge Menschen überfordern können. Eine Nutzung wird deshalb frühestens ab 14 Jahren empfohlen – unbedingt begleitet durch Eltern, die Inhalte mit ihren Kindern reflektieren und Schutzfunktionen einrichten können.