2. Erhöhte Mediennutzung erhöht das Risikopotential

Glücklicherweise gibt es die digitalen Medien, die uns in dieser herausfordernden Zeit der sozialen Distanzierung als Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Kindern und Jugendlichen bietet sich die Möglichkeit dem Unterricht aus der Ferne zu folgen, Hausaufgaben zu machen und Notizen mit den Klassenkameraden auszutauschen. Über die schulischen Aspekte hinaus ermöglichen die digitalen Geräte mit Freund/inn/en und Großeltern in Kontakt zu bleiben, Nachrichten zu recherchieren und sich so ein Bild von den aktuellen Geschehnissen zu machen. Zudem kann man sich die Zeit vertreiben, verschiedene Spiele austesten und man findet Anleitungen und Ideen für Fitnessübungen oder andere Freizeitaktivitäten.

Neben all diesen Möglichkeiten, gibt es auch kritische Aspekte, die es bei der Nutzung von digitalen Medien zu beachten gilt. Das andauernde Online-Sein kann bei Menschen Ängste und Stress hervorrufen:
  • Angst etwas zu verpassen (soziale Kontakte, News, Infos usw.)
  • Angst von Chats ausgeschlossen zu werden 
  • Anspannung, wenn man sein Handy nicht sofort findet, um Anrufe entgegenzunehmen
  • Der Druck zur ständigen Erreichbarkeit, die Nachrichten- und Medienflut können Stress erzeugen.
Die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche derzeit mehr Zeit in den digitalen Medien verbringen, kann sie noch stärker als bisher problematischen Inhalten aussetzen. Die Wahrscheinlichkeit nachfolgenden Phänomenen zu begegnen, ist erhöht:
  • Situationen von Cybermobbing, entweder als Opfer oder als Akteure oder Zuschauer
  • Episoden verbaler Gewalt, Hate-Speech, Rassismus 
  • Fake News oder alarmierende Nachrichten, die Unsicherheit, Destabilisierung und Besorgnis hervorrufen 
  • Navigation auf riskanten Seiten (Pädopornographie, Selbstmord, Anorexie, gefährliche "Challenges”)
Es ist wichtig, dass sich Eltern auch weiterhin für die Medienwelten ihrer Kinder interessieren und sie in der Medienerziehung begleiten. Es stimmt zwar, dass Kinder sich technisch besser auskennen als Erwachsene, aber Eltern können Inhalte und Angebote besser einschätzen und bewerten, ob sie für ihre Kinder geeignet sind.


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Eine Initiative des Forum Prävention im Auftrag und Zusammenarbeit mit der Familienagentur und 15 Projektpartnern.
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