1. Auch Ausnahmensituationen brauchen Regeln und Struktur

Es ist verständlich, dass Kinder und Jugendliche jetzt mehr Zeit vor den Bildschirmen verbringen. Viele bisherigen Vereinbarungen müssen an die aktuellen Erfordernisse angepasst werden. Doch auch der Alltag in der Ausnahmesituation darf Struktur und Regeln haben, denn diese geben sowohl Kindern, wie auch Erwachsenen Halt und Sicherheit.

Jede Familie hat eigene Regeln für die Mediennutzung

Setzt euch in Ruhe hin und vereinbart gemeinsam (Eltern und Kinder), welche Regeln ihr euch für diese Zeit geben wollt. Erklärt euren Kindern, dass Regeln aktuell flexibler sein können, nach der Krisenzeit aber wieder andere Abmachungen getroffen werden. Wichtig: Die vereinbarten Abmachungen sollen alle einhalten – Kinder wie Erwachsene.

Werft bewährte Regeln zur Mediennutzung nicht über Board

Schaut euch einfach mal an, welche Regeln bisher gut funktioniert haben und somit auch Sinn machen, aktuell beizubehalten. Kein Handy während der Mahlzeiten und in der Nacht im Schlafzimmer klingt doch immer noch gut, oder?

Unterschiedliches Alter erfordert unterschiedliche Regeln

Es ist sinnvoll je nach Alter der Kinder und Jugendlichen unterschiedliche Regeln aufzustellen. Zudem soll man differenzieren zwischen Zeiten, die Kinder für die Schule vor dem Bildschirm sitzen und Zeiten, in denen sie digitale Medien für ihre Freizeit nutzen.
Grundsätzlich gilt: Wesentlicher als die Zeit, welche die Kinder vor den Geräten verbringen, ist der Inhalt, den sie konsumieren. Hier gilt es hinzuschauen, ob dieser altersgerecht ist und ob Kinder diesen verarbeiten können. Allgemeine Tipps zu Mediennutzungszeiten findet ihr hier.

Bedeutung der sozialen Medien berücksichtigen

Soziale Medien, Videochats und Online-Spieleplattformen bieten aktuell oft die einzigen Möglichkeiten, um mit Freund/inn/en und Verwandten in Kontakt zu bleiben. Die Gleichaltrigen sind für Jugendliche jetzt sehr wichtig, um die schwierige Zeit besser auszuhalten. Also sprecht kein generelles Verbot von sozialen Medien aus.

Medienfreie Zeiten ermöglichen

Sorgt für eine Abwechslung in den Tätigkeiten. Bewegung, gesunde Ernährung und medienfreie Zeiten sind sinnvoll. Plant gemeinsame Freizeitaktivitäten ein:
  • Macht gemeinsame Spielezeiten: Packt das Mensch-Ärgere-Dich-Nicht aus, verwandelt eure Wohnung in einen Indoor-Hindernis-Parcours oder wie wäre es mit einer Runde Stadt-Land-Fluss.
  • Öffnet die Küche für neue Köche: Backt gemeinsam mit euren Kindern Pizza oder Kuchen oder überlasst einfach mal den Jugendlichen das Sagen in der Küche.
  • Beteiligt alle Familienmitglieder spielerisch an den anfallenden Hausarbeiten: die Spülmaschine ausräumen, Wäsche aufhängen, Saugen, den Müll rausbringen... das schafft Entlastung und Beschäftigung für alle.
  • Wir alle dürfen uns auch mal langweilen. Das schafft viel Raum für neue Ideen und Kreatives.

Gemeinsam Medien-Aktivitäten ausprobieren

Spielt gemeinsam mit eurem Kind sein Lieblings-Game oder schaut auch eine Folge auf dem YouTube-Kanal an, den euer Kind abonniert hat. Lasst euch erklären, was so faszinierend daran ist. So kommt ihr am besten ins Gespräch mit euren Kindern.
Nutzt die viele Zeit und entdeckt gemeinsam kreative Möglichkeiten, die die Medien bieten.
Hier einige Ideen:
Medien-Challenges für die Familie auf webhelm.de.
Ideen für kreative Mediennutzung auf schau-hin.info.
Auf YouTube findet ihr zahlreiche Bewegungsideen (Turn-, Yoga- oder Körperübungen...) für zu Hause.


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Eine Initiative des Forum Prävention im Auftrag und Zusammenarbeit mit der Familienagentur und 15 Projektpartnern.
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